Copernicus Hackathon: Erdbeobachtungsdaten hinter einem Logistik-Disponenten

Ein Jahr nach der Gründung haben wir die Logistik-Expertise, um die wir ThreeB IT gebaut hatten, durch einen Copernicus Hackathon laufen lassen. Copernicus ist das Erdbeobachtungsprogramm der EU: es stellt frei verfügbare, hochwertige Satellitendaten für alle Entwickler bereit — von Wetter- und Ozean-Monitoring bis hin zu Landnutzungsänderungen.

Die Coding-Copernicus-Hackathons in Deutschland liefen auf drei Tracks — Transport, Green Cities und Safe Shipping. Transport war für uns die offensichtliche Wahl.

Was wir gebaut haben

Eine Demo, die Copernicus-Satellitendaten in eine logistik-orientierte Entscheidungssicht einspeiste: Wetter- und atmosphärische Bedingungen über Routing-Entscheidungen gelegt, präsentiert in derselben Art von Disponenten-UI, die ein regionaler Spediteur sofort wiedererkennt. Es ging nicht darum, bestehende Routenplanungs-Systeme zu ersetzen — sondern zu zeigen, wie günstig es mit einem modernen .NET-Stack ist, öffentlich verfügbare Satellitendaten zu integrieren und in etwas zu verwandeln, das ein Disponent tatsächlich nutzen kann statt nur ansehen.

Demo ansehen: https://www.youtube.com/watch?v=iMcP0prL8yc

Warum wir teilgenommen haben

Zwei ehrliche Gründe:

  1. Druck-Test des Stacks. Hackathons zwingen einen, in 24 Stunden herauszufinden, was die eigenen Werkzeuge wirklich unter Last leisten und welche Teile des imaginierten Workflows man bislang über-romantisiert hat. Wir wollten wissen, wie sauber unser .NET- und Azure-Stack eine völlig neue Datenquelle integrieren kann.

  2. Der Logistik-Bezug war nicht theoretisch. Atmosphärische Daten, Wettermuster, Seegangs-Prognosen — das sind genau die Inputs, die ein Spediteur nutzen sollte, um vorausschauend zu planen. Meistens tun sie es nicht, weil niemand die Verkabelung gemacht hat. Copernicus stellte die Daten kostenlos bereit; wir mussten nur verkabeln.

Was es hinterlassen hat

Die Plattform liegt im Archiv — aber die Patterns, die sie uns abgewann (Satelliten-Tiles effizient konsumieren, freie öffentliche Daten mit kostenpflichtigen Carrier-APIs mischen, das Ganze in einem Blazor-Dashboard präsentieren, das ein Disponent ohne GIS-Ausbildung lesen kann), wurden später zu produktivem Code.

Es brachte uns auch unsere erste Erwähnung im europäischen Startup-Anerkennungs-Zirkel ein — was wiederum die Einladung in die Startup Alley der TechCrunch Disrupt 2020 in San Francisco später im Jahr nach sich zog. Mehr dazu im eigenen Post.

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